Viele Menschen kennen die Anzeichen eines Herzinfarktes, eines Hirnschlags oder eines Herz-Kreislauf-Stillstandes nicht. Sie reagieren zu spät und wissen nicht, was im Notfall zu tun ist. Dagegen will die Schweizerische Herzstiftung und sensibilisierte Vereine etwas unternehmen. Auch Herzsicher.ch möchte dazu beisteuern.
Jedes Jahr erleiden in der Schweiz rund 30’000 Personen ein akutes koronares Ereignis (Herzinfarkt und/oder Angina pectoris), schätzungsweise 12'500 einen Hirnschlag und 8'000 einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Das bedeutet in jedem einzelnen Fall akute Lebensgefahr und einen Wettlauf mit der Zeit. Die Überlebenschancen der Betroffenen sind grösser und bleibende Behinderungen geringer, je schneller die medizinische Notfallbehandlung einsetzt.
Jede Minute zählt!
Ein Herzinfarkt, Hirnschlag oder Herz-Kreislauf-Stillstand bedeutet akute Lebensgefahr und ist ein Wettlauf mit der Zeit. Eine Spitaleinweisung sollte so früh wie möglich erfolgen. Jede Minute zählt! Verlieren Sie keine wertvolle Zeit, indem Sie den Hausarzt, Verwandte oder Nachbarn benachrichtigen. Alarmieren Sie sofort den Notruf 144 oder die örtliche Notrufnummer im Ausland.
Keine Scheu vor Fehlalarm!
Niemand alarmiert gerne den Rettungsdienst. Viele Menschen warten daher erst einmal ab in der Hoffnung, dass die Beschwerden vorübergehen. Im Notfall ist dies falsch: Bei Verdacht auf einen Herz-Kreislauf-Notfall rufen Sie die Notrufnummer 144 lieber einmal zuviel an als gar nicht.
Wählen Sie 144!
Wenn Sie die 144 (oder die örtliche Notrufnummer) anrufen, sagen Sie sofort, dass es sich um einen Herznotfall handelt, damit umgehend ein Rettungsdienst geschickt wird. Der Rettungsdienst ist unter anderem mit einem automatischen externen Defibrillator (AED) ausgerüstet, mit dem lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) behoben werden können.
Ruhe bewahren!
Vergessen Sie beim Anruf nicht, Ihren Namen und Ihre Adresse zu nennen und eine Telefonnummer zu hinterlassen, wo man Sie erreichen kann. Ganz wichtig ist auch, den genauen Standort des Opfers anzugeben. Hängen Sie nicht frühzeitig auf, sondern warten Sie ab, ob noch Rückfragen kommen.
Der Herzinfarkt zeigt sich in den meisten Fällen durch folgende Beschwerden:
- heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust (Dauer länger als 15 Minuten), oft verbunden mit Atemnot und Todesangst
- manchmal Ausstrahlung des Schmerzes in den ganzen Brustkasten, gegen beide Schultern, Arme, den Hals, Unterkiefer oder Oberbauch
- mögliche Begleitsymptome sind blasse, fahle Gesichtsfarbe, Übelkeit, Schwäche, Schweissausbruch, Atemnot, unregelmässiger Puls
- der Schmerz ist unabhängig von Körperbewegungen oder der Atmung und verschwindet auch nach Einnahme von Nitroglyzerin nicht
Der Hirnschlag zeigt sich in den meisten Fällen durch eines oder mehrere der folgenden Symptome:
- plötzliche Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörung, meist nur auf einer Körperseite (Gesicht, Arm oder Bein)
- plötzliche Blindheit (oft nur auf einem Auge), Doppelbilder
- plötzlicher Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen
- heftiger Drehschwindel verbunden mit Gehunfähigkeit
- plötzlich auftretender, ungewöhnlicher, heftiger Kopfschmerz
Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann sich ohne vorherige Anzeichen einstellen. Häufig jedoch gehen ihm ein Herzinfarkt oder eine Herzrhythmusstörung voraus. Der Herzstillstand tritt meistens in den ersten Stunden nach Beginn der Infarktbeschwerden ein. Anzeichen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand sind:
- das Opfer fällt um oder sinkt im Stuhl zusammen
- keine Reaktion auf lautes Ansprechen und Schütteln
- keine Atmung